Stadträtin Christine Oppitz-Plörer

Das Wiener Ingenieurbüro EGKK Landschaftsarchitektur gewinnt den Realisierungswettbewerb zur Neugestaltung des Bozner Platzes. Das Projekt sieht einen in großen Teilen mit Bäumen bestandenen Platz vor, der einen klaren Akzent innerhalb des Stadtgefüges von Innsbruck setzen soll. Die beiden Landschaftsarchitekten Dipl.-Ing. Clemens Kolar und Dipl.-Ing. Martin Enzinger konnten sich mit ihrem Vorschlag unter insgesamt 58 eingereichten Projekten durchsetzen.

Vizebürgermeister Ing. Mag. Johannes Anzengruber, BSc begrüßt die Neugestaltung des Bozner Platzes, welcher das Stadtbild von Innsbruck künftig maßgeblich prägen soll. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Amt für Tiefbau haben sich intensiv mit den Entwicklungsmöglichkeiten des Bozner Platzes auseinandergesetzt. Mit dem Siegerprojekt wird die Aufenthaltsqualität am und um den Platz massiv gesteigert. Zukünftig bietet sich vor allem auch die Nutzung in den Bereichen Marktwesen, Tourismus und Gastronomie (Gastgärten) hervorragend an. Dies wird den stark frequentierten Platz weiter attraktiveren und ihn zu einem Verweilraum machen.“

Auch die für Tiefbau ressortzuständige Stadträtin Mag.a Uschi Schwarzl lobte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, welche zahlreiche interessante Wettbewerbsarbeiten unter die Lupe nahmen und daraus das Siegerprojekt kürten: „Aufgrund der Qualität der Projekte konnten insgesamt drei Haupt- und drei Anerkennungspreise zuerkannt werden. Nach der Stillhaltefrist ist nun aber der Weg für das Siegerprojekt der beiden Landschaftsarchitekten Clemens Kolar und Martin Enzinger frei. Nach dem ‚Go‘ des Beirates für Großprojekte, der am Donnerstag,11. März 2021, tagt, können bereits heuer noch die ersten Planungsschritte in Angriff genommen werden.“

„Mit der Umsetzung des Projektes wird ein neues, attraktives Eingangstor in die weitere Innenstadt geschaffen. Damit erhält Innsbruck genau das, was der urbane Handelsstandort braucht“, ergänzt die für Wirtschaft zuständige Stadträtin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.

Interessantes Wechselspiel

Am Freitag, 19. Februar, wurde der Sieger des Wettbewerbes im Rahmen eines virtuellen Pressegesprächs vorgestellt. „Durch das Wechselspiel von baumbedachten und offenen Bereichen werden kontrast- und abwechslungsreiche sowie in der Abfolge überraschende Aspekte sowie differenzierte Zonen innerhalb eines zusammenhängenden Platzraumes erzeugt“, hebt Juryvorsitzende Prof.in Arch. Dipl.-Ing. Maria Auböck hervor. Entstehen soll kein Park, sondern ein baumbestandener Platz.

Baumdächer sorgen für Kühlung

Konkret sieht das Siegerprojekt von stark verdichtete Baumsetzungen vor, die als „Baumdächer“ wirksam werden. Ein Geviert aus Bäumen soll als Raum im Raum eine wohltuend kühle Zone erzeugen. Zugleich sollen damit Inseln der Ruhe und Entspannung geschaffen werden. Geplant ist eine zwanglose Integration des Fahrverkehrs in das Platzgefüge. Alle Bewegungen sollen künftig durch den Platz führen, nicht daran vorbei.

„Wesentliches Ziel des Wettbewerbs war es, einen öffentlichen Raum neu zu gestalten, welcher ein verkehrsberuhigter und zugleich belebter Stadtplatz mit hoher Aufenthaltsqualität werden soll“, erklärt Dipl.-Ing. Dr. Walter Zimmeter, Leiter des Amtes für Tiefbau. Schließlich handelt es sich beim gründerzeitlichen konzipierten Bozner Platz um ein historisches Eingangstor vom Hauptbahnhof in die Innenstadt, das täglich von rund 8.000 Fahrzeuge sowie 10.000 FußgängerInnen frequentiert wird.

Das neu zu gestaltende Areal

Das Planungsgebiet des Realisierungswettbewerbes umfasst den heutigen Bozner Platz, welcher durch die Häuserfronten im Norden und Süden bzw. Osten und Westen begrenzt wird. In das Planungsgebiet werden ebenfalls die Übergangsbereiche der einmündenden Straßen eingebunden. Für diesen Raum galt es, einen Gestaltungsvorschlag auszuarbeiten. Für die Neugestaltung wurde ein Finanzrahmen von etwa 3,5 Millionen Euro gesteckt.

„Es war uns wichtig, für den Bozner Platz einen urbanen, zusammenhängenden, baumbestandenen Platz mit einer Gesamtwirkung zu schaffen. Ein Wechselspiel von baumbedachten und offenen Bereichen erzeugt abwechslungsreiche Teilräume und -qualitäten innerhalb des Gesamtplatzes. Der Entwurf respektiert die Platzgeschichte, legt verborgene Qualitäten frei und schafft mit dem luftigen Baumdach einen zukunftsfähigen, klimaresilienten Stadtraum von hoher Aufenthaltsqualität“, erklärt Wettbewerbssieger Clemens Kolar das ausgezeichnetes Projekt.

Lobende Worte zur Neugestaltung des Bozner Platzes fand auch Innenstadtvereins-Obmann Thomas Hudovernik: „Das Ergebnis des Wettbewerbs zur Gestaltung des Bozner Platzes ist ein hervorragendes. Jetzt ist die Stadtpolitik gefordert, die Umsetzung zu beschließen. Die Bauarbeiten können dann spätestens am Dienstag nach Ostern 2022 beginnen. Der Innenstadtverein wird weiter der Treiber für das Projekt sein.“

Projekte ausgestellt

Interessierte können sich kommende Woche von 23. Februar bis 5. März 2021 in der Innsbrucker Stadtbibliothek im Raum für Stadtentwicklung, Amraser Straße 2, 1. Stock, ein Bild von allen eingereichten Projekten machen.

Weitere Schritte

Die ersten Detailplanungen sollen noch im Jahr 2021 in Angriff genommen werden. Die Ausschreibungen sind für das Jahr 2021/22 avisiert. Im Frühjahr 2022 soll voraussichtlich mit der Umsetzung begonnen werden. (Quelle: IKM)