Die Kunst- und Architekturschule „bilding“ für Kinder und Jugendliche und das Zentrum für Jugendarbeit z6 sind heuer die Preisträger des Arthur-Haidl-Preises der Stadt Innsbruck. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert.

„Wir holen mit dem Arthur-Haidl-Preis Kulturschaffende und Projekte aus den Bereichen Jugend, Bildung und Traditionspflege vor den Vorhang“, gratulierte Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer den Preisträgern anlässlich des Festaktes am 31. Oktober im Bürgersaal: „Die kreativen und umtriebigen Köpfe, die hinter den Ideen stecken, erhalten mit diesem Preis eine verdiente Würdigung und eine breitere Aufmerksamkeit. Hervorzuheben ist bei beiden heuer ausgezeichneten Projekten ihr Fokus auf die Jugend und der niederschwellige Zugang. Sie haben sich schon seit Jahren bewährt und sind bereits zu einer Institution geworden.“

Die Preisträger 2017 wurden von der Jury – bestehend aus Magistratsdirektor Dr. Bernhard Holas, Kulturamtsleiterin Maria-Luise Mayr und dem Rektor der Leopold-Franzens-Universität, Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Tilmann Märk – ausgewählt.

Zu den Preisträgern

Die Kunst- und Architekturschule bilding ist ein österreichweit einzigartiger kreativer Freiraum, in dem Kinder und Jugendliche von vier bis 19 Jahren dabei unterstützt werden, ihre kreativen Interessen, Fähigkeiten und Talente zu entdecken und nachhaltig weiter zu entwickeln. Dabei ist ein barrierefreier Zugang für alle, unabhängig von sozialen oder kulturellen Hintergründen wichtig. Die Teilnahme an den aufbauenden Angeboten ist daher kostenfrei. Die Programmstruktur setzt sich aus diesen wesentlichen Punkten zusammen – aufbauende Werkstättenprojekte, ergänzende Projekte zu Kunst und Architektur, Kunst- und Architekturvermittlung in Schulen und Kindergärten, mehrjährige Sonderprojekte, spezifische Integrationsprogramme über Kunst und Architektur, Kooperationsprojekte und Publikationen.

 

 

Arthur-Haidl-Preisträger 2017 (v.l.): Die Jurymitglieder Magistratsdirektor Bernhard Holas und Rektor Tilmann Märk, Elfi Oblasser (Jugendzentrum Z6), Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Desiré Tchuenteu Poka (Jugendzentrum Z6) und Vizebürgermeister Christoph Kaufmann.Das Zentrum für Jugendarbeit z6 begeistert Jugendliche mit seinem vielfältigen Programm – Kochen, HIP-HOP-Café, Jugendcafé Marhaba.R., Deutschkursen, Radio z6, Tonstudio, bedarfsorientierte Lernnachhilfe, Ausstellungen, Breakdance, Jamsessions, Graffiti- oder Siebdruckworkshops und einer großen Disko, in der DJ – Techniken erlernt und geprobt werden können, aber auch Sportangebote, wie etwa Fußball, Streetball oder Kampfsporttraining. Die Talente werden gefördert und sie werden als ProduzentInnen von Kunst bzw. Kultur wahrgenommen. Wichtig ist ihnen die Stärkung des Selbstbewusstseins von Jugendlichen. Sie sind bemüht mehrsprachig zu arbeiten (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch), teilweise werden die Sprachfähigkeiten der Jugendlichen genutzt. Mit der Arbeit werden täglich zwischen 40 und 100 Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 21 Jahren mit sehr unterschiedlichem sozialem, religiösem und ethnischem Hintergrund erreicht. Alle Angebote, von Kultur- und Kunstprojekten über Sport bis hin zur Beratung und Begleitung sind niederschwellig zugänglich, bedürfen weder einer Anmeldung noch einer verbindlichen Teilnahme, noch sind sie mit Kosten verbunden.

 

Arthur-Haidl-Preis allgemein

Der Preis wurde im Jahr 2004 von Dr.in Roswitha Stiegner, Tochter des ehemaligen Innsbrucker Vizebürgermeisters Reg.-Rat Arthur Haidl, gestiftet und erstmals vergeben. Arthur Haidl war von 1956 bis 1959 Gemeinderat, von 1959 bis 1971 amtsführender Stadtrat und von 1971 bis 1977 Vizebürgermeister der Landeshauptstadt Innsbruck. In seiner Funktion als Landesjugendreferent war ihm die Schaffung von jugendgerechten Einrichtungen ein besonderes Anliegen.

Als Stifterin legte Roswitha Stiegner fest, dass der „Arthur-Haidl-Preis“ in Andenken an ihren Vater ausschließlich auf Projekte und Initiativen in den Bereichen Kultur, Jugend, Traditionspflege, Bildung und Geisteswissenschaften abzielt. Voraussetzung für die Preiswürdigkeit von eingereichten Projekten und Initiativen ist, dass diese zum Wohl und Ansehen der Stadt Innsbruck sowie Tirols einen außerordentlichen Beitrag leisten.

Die Stiftung umfasste eine Schenkung in der Höhe von 250.000 Euro, die von der Stadt Innsbruck zinsengünstig angelegt wurde. Die Zinsen dienten bis in das Jahr 2013 als jährliches Preisgeld von 9.000 Euro. Im Jahr 2014 lief diese Veranlagung aus. Seit 2015 beträgt die Fördersumme 10.000 Euro und wird seither alle zwei Jahre vergeben.

Um den „Arthur-Haidl-Preis der Stadt Innsbruck“ können sich Einzelpersonen, aber auch juristische Personen bewerben (z.B. Vereine, Initiativen mit weitreichendem Wirkungskreis o.ä.). Einzelpersonen dürfen das 33. Lebensjahr zum Zeitpunkt des Einreichschlusses noch nicht vollendet haben. Sie müssen EU-Staatsbürger sein und ihren ordentlichen Wohnsitz seit mindestens fünf Jahren ununterbrochen im Gemeindegebiet der Stadt Innsbruck oder seit mindestens zehn Jahren im Gebiet von Tirol (Nord-, Süd- und Osttirol) haben. Vereine, Initiativen u. ä. können ab ihrem dritten Bestandsjahr Projekte oder Vorhaben zur Einreichung bringen. Die Einreichung für einen Dritten / eine Dritte ist möglich.

Bisherige PreisträgerInnen

2004    Thomas Schafferer

2005    Roland Maurmair

2006    Florian Hackspiel

2007    Stefan Alois Schwarzenberger

2008    Verein Jugendland

2009    „Junge Uni Innsbruck“

2010    „Junge Solisten am Podium“/ Tiroler Kammerorchester „InnStrumenti“

2011    „Sprachinsel – Forum für interkulturelles Lernen“

2012    „Die Bäckerei-Kulturbackstube“ / „Free Beat Company“

2013    Verein „Akademie St. Blasius“ / Laila Alina Reischer

2014    kein Preis vergeben

2015    „kNH – Kostenlose Nachhilfe für sozial Bedürftige“ / „DyME – Dynamics for Multilingualism with English“

2016    kein Preis vergeben