Gemeinderat Kurt Wallasch

Im morgigen Stadtsenat wird über Stellungnahmen zur Einführung von Erlaubniszonen beraten. Für Innsbruck vertritt nach wie vor die Meinung, dass Erlaubniszonen keinen Sinn machen. Aber der Reihe nach. Mit der Einführung von Erlaubniszonen im Landespolizeigesetz wurde für Gemeinden die Möglichkeit geschaffen, die „Anbahnung von Beziehungen zur Ausübung der Prostitution“ festzulegen. Eine derartige Zone darf nur eingerichtet werden, wenn keine berechtigten Interessen der Öffentlichkeit oder der Anrainer verletzt werden, schwerwiegende Sicherheitsinteressen der Prostituierten nicht verletzt werden, keine unzumutbare Störung des Gemeinschaftslebens nach sich ziehen würde. Diese und andere Gründe finden sich im §18a des Tiroler Landespolizeigesetzes. Der ehemalige langjährige Kriminalbeamte und Für Innsbruck Sicherheitssprecher GR Kurt Wallasch kritisierte in der Vergangenheit wiederholt das Vorhaben, Prostitution wieder auf die Straßen zu holen und erinnert an die Hochzeiten des Straßenstrichs in Innsbruck, der sich damals zunehmend in Wohngebiete ausbreitete.

„Auch wenn die Anbahnung in gewissen Zonen per Verordnung erlaubt werden könnte, wären die anschließenden Handlungen nur in einem genehmigten Bordell erlaubt. Wer bitte soll in Erlaubniszonen fahren, wenn er dann ohnehin ins Bordell muss, welches aus vielen Gründen aber gern vermieden wird. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Anbahnungszonen verwendet werden, um sich danach wieder in Autos, in Hauseingänge oder Privatwohnungen zurückzuziehen. Es ist nichts anderes wie eine Rückkehr des Straßenstrichs“, so Für Innsbruck Sicherheitssprecher GR Kurt Wallasch.

Bordelle und Laufhäuser bieten größeren Schutz für alle Beteiligten

„Der größte Schutz für Prostituierte kann meiner Meinung nach nur in genehmigten Bordellen gewährleistet werden. Die Betreiber sind verpflichtet, behördliche Vorschriften einzuhalten und Vermietungen an Prostituierte zu melden. Die Prostituierten selbst müssen regelmäßige Nachweise über die Einhaltung der gesundheitsrechtlichen Vorschriften beibringen. Schlussendlich ist ein Gebäude, in dem mehrere Personen vor Ort sind, deutlich sicherer als eine Privatwohnung oder ein Kraftfahrzeug auf einsamen Plätzen. Eine Erlaubniszone hebelt viele Schutzmaßnahmen aus und schwächt den Schutz aller Beteiligten“, analysiert Wallasch.

Stehen für eine Rückkehr des Straßenstriches nicht zur Verfügung

„Vor einigen Jahren konnte unter viel persönlichem Einsatz der Polizei in Zusammenarbeit mit der MÜG der Straßenstrich vor allem in Wohngebieten dankenswerterweise zurückgedrängt werden. Schwerpunktaktionen und Sonderkommissionen konnten auch einige illegal betriebene Bordelle beseitigen. Wenn die Grünen und andere Kolleg*innen im Gemeinderat wieder einen Straßenstrich wollen, sollen sie das auch klar sagen. Wir werden das jedenfalls in keinster Weise unterstützen“, so Wallasch abschließend.