Gemeinderat Markus Stoll

Kürzlich präsentierte die Stadt Innsbruck den aktuellsten Beteiligungsbericht. Insgesamt zählt die Landeshauptstadt über 28 Beteiligungsunternehmen. Mit dem nun vorliegenden Bericht werden die Abschlüsse aus dem Wirtschaftsjahr 2019 von allen Tochtergesellschaften dargestellt. Die Landeshauptstadt selbst weist einen Überschuss in Höhe von 43,2 Millionen Euro (!!) aus, mit welchem Darlehen vorzeitig getilgt werden könnten. Diskussion gibt es noch über den nun endlich vorgelegten Entwurf der Eröffnungsbilanz.

„Die städtischen Beteiligungen bilden den größten Wirtschaftsmotor in der Region. An die 90 % aller Investitionen verbleiben in Form von Aufträgen an heimische Unternehmen in Großraum Innsbruck und sichern damit zahlreiche Arbeitsplätze. Erfreulich ist auch, dass die Beteiligungsunternehmen gut dastehen. Einem städtischen Vermögen von 2,9 Milliarden Euro stehen 180 Millionen an Verbindlichkeiten für die privaten langfristigen Investitionen gegenüber. Das ist wie wenn Sabine Musterfrau 100.000 Euro Vermögen besitzt und nur 6.250 Euro an Verbindlichkeiten hat. Hier würde man allgemein wohl von einer sehr guten wirtschaftlichen Lage sprechen“, so Für Innsbruck Wirtschaftssprecher GR Mag. Markus Stoll.

Patscherkofel neben IKB und Flughafen mit positivem Betriebsergebnis

„Besonders hervorheben möchte ich den positiven Abschluss der Patscherkofelbahn. Während vor dem Neubau jährlich 1,5-2 Millionen Euro Verlustabdeckung aus Steuergeldern bezahlt werden mussten, erwirtschaftete die neue Bahn einen Überschuss von 860.000 Euro im Wirtschaftsjahr 2018/2019. Trotz Corona konnte auch im Abschluss 2019/2020 ein Überschuss von 600.000 Euro erwirtschaftet werden. Damit ist die viel diskutierte Patscherkofelbahn neben der IKB und dem Flughafen eine der drei wirtschaftlich erfolgreich arbeitenden Unternehmen“, so Stoll weiters.

Überliquidität zur Tilgung von Darlehen nutzen?

„Die Stadt Innsbruck selbst hat das Jahr 2020 mit 43,2 Millionen Euro Überschuss abgeschlossen. Bürgermeister Willi und der Finanzdirektor sprechen daher von einer Überliquidität (Kassastand zum 31.12.2020 €40,37 Mio, Anm.) und verzichten auf den Abruf von der Stadt zustehenden IKB-Dividende in Höhe von 3,65 Millionen Euro im Jahr 2021. Es stellt sich bei diesem sicherlich erfreulichen Ergebnis die Frage, ob nicht vorzeitig Darlehen getilgt werden sollten, anstatt Dividenden bei den Beteiligungen liegenzulassen“, wirft Stoll angesichts der mehr als vollen Stadtkassen die finanztechnische Frage auf.

Bewertung kommt zur Beschlussfassung

Eine Neuerung in der Rechnungslegung der Stadt Innsbruck ist die Eröffnungsbilanz, die durch rechtliche Bestimmungen nun verlangt wird. Nach längerer Verzögerung liegen die ersten Entwürfe vor.

„Mehrfach habe ich eingefordert die Eröffnungsbilanz vorzulegen. Nun liegt diese gemeinsam mit dem Rechnungsabschluss vor. Die Bewertung des städtischen Vermögens ist sehr konservativ vorgenommen und es sind sicher noch viele stille Reserven vorhanden. Der Finanzausschuss wird darüber noch eingehend beraten“, schließt Stoll.

Der aktuelle Beteiligungsbericht kann >> hier heruntergeladen werden